Einleitung
Die Vielfalt von Entropie

In meiner Arbeit beschäftige ich mit Entropie mit negativem Vorzeichen, Selbstorganisation und self-guided-assembly, überall wo in einem vordefinierten System einzelne Objekte/Elemente auf Grund inhärenter (programmierter) Eigenschaften selbständig aus scheinbarem Chaos Struktur bilden, da wo es zu einer lokalen Abnahme von Entropie kommt. Entropie im Sinne von einer universellen Tendenz zum Chaos oder Unberechenbarkeit, zu einem allmählichen Rückgang in Unordnung, weg von Organisation, Struktur oder Funktion, dem Wärmetod entgegen.

»Wie kann man Information in Materialität speichern? Materie programmieren?« Der theoretische Rahmen für programmierbare Materie wurde 1991 von Toffoli und Margolus vorgeschlagen. Prof. Neil Gershenfeld, Leiter des »Center for Bits and Atoms« am MIT, erklärt:

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»Das Medium ist im wahrsten Sinne des Wortes seine Botschaft und trägt intern Anweisungen für seine eigene Zusammensetzung. Solche programmierbaren Materialien [...] sind überall um uns herum.«1




Hiroshi Ishii vom MIT Media Lab, spricht von Formgedächtniseffekten und Formgedächtnislegierungen, welche bei Wärmeeinwirkung eine vorprogrammierte Form annehmen, magnetische Legierungen, elektroaktive Polymere ändern ihre Größe, Form und optischen Eigenschaften, wenn sie hohen Strömen ausgesetzt werden. Thermochrome Materialien die ihre Farbe in Reaktion auf Hitze ändern.

Auf dem Weg zur praktischen Arbeit, habe ich kleine Experimente mit unterschiedlichen Techniken und Materialien durchgeführt. Es wurden Phänomene von der Natur betrachtet, Selbstassemblierung, Selbstorganisation, Granular Segregation (Paranuss-Effekt), Massendichte, etc. Das daraus gewonnene Wissen, wurde in einer raumübergreifende Installation verarbeitet.
Entropie, bedingt ein System das sich zwangsläufig Richtung Unordnung bewegt. Die Installation nähert sich dem Gegenteil an: ​Negentropie​. Ein System, das in dem durch die in den einzelnen Bauteilen »programmierten« Eigenschaften, sich immer weiter ordnet. Es bildet sich eine dissipative Struktur die sich weit entfernt von einem thermodynamischen Gleichgewicht lokal selbst organisiert mit einer gewissen Stabilität gegenüber Störungen von außen.

Mechanical Self-Assembly (1957) - L.S. Penrose