Erwin Schrödinger versucht, mit dem Zugang eines klassischen Physikers, in seinem Buch "Was ist Leben?" zu beschreiben was Lebendes so lebendig macht und es schafft sich zu Erhalten und somit den Drang zur Entropie, zumindest lokal und für einen gewissen Zeitraum, umkehrt. Er hat Boltzmanns "Entropie mit negativem Vorzeichen" also "negative Entropie" aufgegriffen und weitergeführt, und einen Namen gegeben, die Negentropie. Ursprünglich wollte er den Ausdruck "freie Energie" verwenden, aber da daß Wort "frei", vom wie er schreibt Durchschnittsleser, als bedeutungsloses schmückendes Beiwort verstände hätte werden können, hatte er es sich letzendlich für den Begriff Negentropie entschieden. Die Entropie war schon 1944, so schreibt Schrödinger, verschwommen definiert. Er sagt, Entropie (S) ist eine klare meßbare physikalische Größe.
Rudolf Clausius, theoretischer Physiker in der Mitte des 20. Jahrhunderts, gilt als Schöpfer des Begriffes der "Entropie" und Entdecker(Erfinder) des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik. Er beschreibt die Entropie als einen mathematisch berechenbaren Wert der Nicht-Änderungen / Nicht-Wandel von Wärmeenergie. Er sagte,
Über einen Zeitraum x, schmilzt der Eiswürfel und die beiden unterschiedlichen Temperaturen von Wasser und Eis, gleichen sich immer mehr an, bis letztendlich das Wasser ein klein bisschen kälter ist und das Eis geschmolzen und um vieles wärmer ist. Kommt es zum Equilibrium, dann ist die maximale Entropie erreicht. Heinz von Förster spricht beim Verschmelzen von "Kon-Fusion", er meint eine klarere Definition für Entropie sei "die Konfusion des Beobachters nimmt zu" oder
Das Leben scheint ein geordnetes und gesetzmäßiges Verhalten der Materie zu sein, das nicht ausschließlich auf ihrer Tendenz, aus Ordnung in Unordnung überzugehen, beruht, sondern auch auf einer bestehenden Ordnung die aufrechterhalten bleibt, einer Ordnung aus Ordnung. Dem raschen Verfall in einen unbewegten Gleichgewichtszustand, dem Drang zur Entropie, entziehen sich Organismen. Man spricht von Leben, wenn sich fortwährend "etwas tut", also einem Stück Materie, das "in Bewegung bleibe". Wenn sich, im Gegensatz dazu, etwas Unbelebtes in Bewegung befindet, kommt es nach "kurzer" Zeit zum Stillstand. Elektrische oder chemische Potentialunterschiede werden ausgeglichen. Es kommt zum thermodynamischen Gleichgewichtszustand, zur maximalen Entropie oder zum Gleichgewicht. Organismen habe die faszinierende Fähigkeit, sich selbst in Bewegung halten bzw. ordnen zu können. Man könnte Sie als selbstorganisierende Systeme (miss)verstehen. Sie müssen sich permanent selbst definieren, von der Umwelt abgrenzen.
schreibt Schrödinger. Die Entropie der Umwelt wird, zb. beim Menschen, via zuführen von Wohlgeordnetem bzw. mehr oder weniger komplizierten organischen Verbindungen, entzogen. Pflanzen nehmen "negative Entropie" via dem Sonnenlicht auf. Beim Reorganisieren, beim Wiederaufbau der inneren Struktur nimmt die Entropie lokal ab; diese Entropieminderung des lokalen Systems muss durch einen entsprechenden Austausch mit der Umwelt ausgeglichen werden. Es muss zu einem Entropie-Export kommen. Beim Menschen passiert das über die Körpertemperatur, also die Hitze die wir ständig an die Umgebung abgeben bei physischen Lebensvorgängen. Schrödinger denkt sogar darüber nach, dass möglicherweise die Körpertemperatur die "Lebensintensität" definiert. Warmblüter oder wechselwarmes Tiere, Fische, Reptilien, Insekten,..., mit ihrer höheren Körpertemperatur gegenüber gleichwarmen Tieren, Vögel und Säugetiere, hätten den Vorteil, sich ihrer Entropie schneller zu entledigen zu können und seien somit zu intensiveren Lebensvorgängen fähig. Das ist für ihn aber nur Spekulation.
Schrödingers Negentropie Formel:
- (Entropie) = k log (1/D).
Schrödinger wurde von seinen Kollegen darauf hingewiesen, dass eine reine thermodynamische Betrachtung als Erklärung alleine, wie sich leben selbst erhält, nicht ausreicht. Denn einfach nur von negativer Entropie sich zu ernähren funktioniert nicht. Wenn dem nämlich so wäre, dann müsste man sich auch von Hochgeordnetem wie zb. Holzkohle oder Kristalle, "ernähren" können, kann man aber nicht. Diamanten haben keinen Nährwert, keine für die Verdauung verwertbare Energie (physiologischer Brennwert). Eine Vermutung meinerseits, Lebendes kann sich nur von Lebenden ernähren, bzw. vormals Lebenden, dass sich noch, auf dem Weg Richtung thermodynamischem Equilibrium, in einem eher hoch geordnetem Entropie Status befindet. Neueste Studien zeigen, dass es zwar "Kohle essende" Mikroben gibt die Kohle in Methan umwandeln, aber auch diese Ernähren sich nur von den von Kohle freigesetzten organischen Verbindungen.
Autopoiesis oder Autopoiese (altgriechisch αὐτός autos, deutsch ‚selbst‘ und ποιεῖν poiein „schaffen, bauen“) ist der Prozess der Selbsterschaffung und -erhaltung eines Systems. In der Biologie stellt das Konzept der Autopoiesis einen Versuch dar, das charakteristische Organisationsmerkmal von Lebewesen oder lebenden Systemen mit den Mitteln der Systemtheorie zu definieren. Der vom chilenischen Neurobiologen Humberto Maturana geprägte Begriff wurde in der Folge seiner Veröffentlichungen aufgebrochen und für verschiedene andere Gebiete wissenschaftlichen Schaffens abgewandelt und fruchtbar gemacht. Das Konzept der Autopoiesis ist eine Teilmenge des allgemeiner gültigen ontologischen Konzepts der emergenten Selbstorganisation. (Wikipedia)