(Hier findet man vorübergehend, als Platzhalter, nur Zitate von Rudolf Arnheim aus „Entropie und Kunst. Ein Versuch über Unordnung und Ordnung.“) Arnheim schreibt:
Arnheim meint, es gibt kein Überleben ohne Ordnung. Die Bauanleitung, der Algorithmus zur Ordnung, zur Schaffung von Systemen ist in Organismen eingebaut. (s.11)
Die sich daraus ergebende Form ist eine regelmäßige Kugel - die einfachste unter den gegebenen Umständen erhältliche Gestalt. Einfach Formen sind in diesen Versuchen also das sichtbare Ergebnis physikalischer Kräfte, deren Gleichgewicht in der bestmöglichen Anordnung erreicht wird. Das gilt für organische Systeme ebenso wie für anorganische und schafft Symmetrie in Kristallen, Blumen, Tierkörpern usw. (S.15)
Max Planck "Daher ist es nicht die atomare Verteilung, sondern vielmehr die Hypothese der elementaren Unordnung, die den wirklichen Kern des Prinzips vom Wachsen der Entropie ausmacht und die deswegen die Vorbedingung für die Existenz der Entropie liefert, Ohne Unordnung im Elementaren gibt es weder Entropie noch irreversible Prozesse" S. 16
Unordnung ist nämlich, wie ich anderswo formuliert habe, nicht die Abwesenheit von Ordnung, sondern ein Zusammenprall beziehungsloser Einzelordnungen (s. 23)
Daraus folgt also, daß mit Hilfe des Entropiebegriffs Ordnung einfach als eine Elementarverteilung geringer Wahrscheinlichkeit definiert wird, ganz gleich ob die Form dieser Verteilung im Großen eine Struktur von beträchtlicher Schönheit besitzt oder ganz willkürlich formlos ist. ?? Und Unordnung ist dann das Endresultat des Überganges von einer Elementarverteilung niedriger Wahrscheinlichkeit zu einer Elementarverteilung hoher Wahrscheinlichkeit in einem physikalischen System. ?? (S. 25)
Daraus folgt, daß vollkommene Unordnung ein Höchstmaß an Information übermittelt. (s. 26)
Information und Ordnung Entropie im Sinne der Thermodynamik Entropie im der Informationstheorie (S.30)
Worauf es ankommt, ist die Gesamtheit aller möglichen Komplexionen, die zusammen einen globalen Makrozustand ausmachen. S.31
Die Physiker sind sich natürlich dessen bewußt, daß ein Zuwachs an Entropie häufig zu einem Gleichgewichtszustand führt. (s.40)
"Entropietendenz" (S. 42)
Ordnung ist nur im Makrozustand erkennbar, nicht in den Einzelelementen, aus denen diese Zustände bestehen. (S. 44)
Was dem Entropieprinzip den Charakter einer kosmischen Ordnung gibt, ist vielmehr Köhlers Gesetz der dynamischen Richtung, wonach Spannungsverminderung in Systemen nicht nur durch Zerstreuung und Degradierung von Energie zustande kommt, sondern als das Resultat einer gestalthaften Organisation. Diese versetzt das System in den einfachstmöglichen und bestbalancierten Zustand. (S. 56)
Spencer forschte in seinen First Principles vom Jahre 1862 nach einem allgemeinen Gesetz, womit sich die "Neuverteilung der Materie und der Bewegung" beschreiben ließe, und kam zu dem Schluß, dass ein solches Gesetz auf den antagonistischen Prozessen der Konzentration oder Integrierung einerseits und der Diffusion oder Zerstreuung andrerseits beruhen müsse.
"Zugleich mit dem Fortschritt von Einfachheit zu Vielfalt entsteht Ordnung aus Verwirrtheit. Unbestimmtes Zueinander wird bestimmtes Zueinander. In jeder Art von Entwicklung beobachten wir nicht nur die Vervielfältigung ungleicher Teile, sondern auch einen Zuwachs an Bestimmtheit, wodurch die Teile sich voneinander abheben" Zitat Spencer (S. 61)
Das Ziel des Lebens ist der Tod. Der Trieb zur Spannungsverminderung.. (S. 66)
.., das alle Veränderungen mit einem Minimum an Anstrengung zu bewerkstelligen sucht. (S. 6)
Homeostase
Bloße Geräusche besitzen ein Mindestmaß an struktureller Spannung und verursachen daher entsprechend geringe Kosten an Energie von seitens der Hersteller und der Konsumenten, wenngleich sie den Schein erwecken können, als ob eine Menge passierte. (S. 74)
Was andrerseits sehr einfache Formen anlangt, so können diese gewiß sehr starke und komplexe Reaktionen im Betrachter hervorrufen. Bei religiösen oder politischen Symbolen ist das oft der Fall. Und so kann auch eine einfarbig angestrichene Leinwand oder eine Gruppe ineinandergeschachtelter Quadrate, eine glatte Eiform oder ein Streifenmuster tiefgreifende Gefühle erregen. (S.76)